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FUGEN

Die Hauptfunktion von Fugen ist es, zwei unterschiedliche Bauteile miteinander zu verbinden.

Teile einer Fuge. Fugen bestehen aus den folgenden Teilen:

Freie Seite: die zugängliche Fläche des Untergrunds, an dem sich die Fuge befindet.
Fugenflanken: die einander gegenüber liegenden Seitenwände der Fuge. Sie können zueinender parallel oder nicht parallel angeordnet sein und bestimmen den Anbringungsort des Dichtstoffs.
Unterfütterung: ein nicht haftender und verdichtbarer Füllstoff, der dazu beiträgt, einen angemessenen Fugenfaktor auf der Grundlage des zu verwendenden Dichtstoffs zu erhalten.
Grundierung: das Produkt, das zur Behandlung von einer oder von beiden abzudichtenden Flächen verwendet wird, um die Adhäsion der Fugenflanken zu verbessern. Beide Flächen müssen vor der Abdichtung vollkommen trocken sein. Es wird empfohlen, die beste Auftragsweise und die Art der zu verwenden Grundierung beim Hersteller nachzufragen.
Abdichtungsprodukte:Dichtstoffe.


Eigenschaften des Dichtstoffs.

Die folgenden Eigenschaften werden am häufigsten von einem Fugendichtstoff gefordert:

Permanente Elastizität.

Adhäsion - Kohäsion.

Absolute keine Kontraktion.

Keine Lösungsmittel.

Alterungsbeständigkeit.

Dichtigkeit (Gase, Flüssigkeiten , Feuer etc.).

Beständigkeit gegen Chemikalien (Säuren, Basen, Lösungsmittel etc.).

Mechanische Festigkeit.

Isolierung (thermisch, akustisch, elektrisch)

Optik (Farbe, Aussehen).

Hauptfunktion.
Die Hauptfunktion eines Dichtstoffs ist diejenige Funktion, die das betreffende Produkt während seiner gesamten Lebensdauer erfüllen muss. Sie dient zur Definition und Bewertung der "Haltbarkeit". Wenn zwei oder mehr Funktionen als Hauptfunktionen angesehen werden, dann sollte das gewählte Dichtungsprodukt oder -system diese Funktionen während der gesamten voraussichtlichen Lebensdauer der Dichtfuge erfüllen.

Sekundärfunktion.
Diese Funktion hat eine geringere Bedeutung als die Hauptfunktion, aufgrund derer der betreffende Dichtstoff angebracht wurde.
Ein Beispiel für eine Sekundärfunktion ist die Farbe (ästhetische Funktion), auch wenn dieses Kriterium oftmals als Hauptfunktion angesehen wird.

Eigenschaften der Dichtfuge.
Die Verwendung der im letzten Abschnitt beschriebenen Dichtstoffe bringt die folgenden Vorteile:

Gute Adhäsion am Untergrund.

Undurchlässigkeit gegen Flüssigkeiten.

Undurchlässigkeit gegen Gase.

Beständigkeit gegen Chemikalien.

Beständigkeit gegen Witterungseinflüsse.

Alterungsbeständigkeit. Haltbarkeit.

Thermische, akustische und elektrische Isolierung.


Der Untergrund.
Zur Bewertung des Zustands der Fugenflanken muss zunächst die Beschaffenheit des Untergrundmaterials in Betracht gezogen werden: Beton oder Mörtel, Stahl, Aluminium, Glas, Kunststoffe etc.

Der Zustand der Dichtfugen.
Das Einsetzen einer neuen Dichtfuge und die Neuabdichtung einer unsachgemäß abgedichteten Fuge ist mit zwei unterschiedlichen Problemen verbunden:

Im ersten Fall genügt im Allgemeinen die Gewährleistung der Adhäsion und der Kompatibilität zwischen dem Dichtmaterial und dem Untergrund (z.B. durch die Eliminierung von Ausschalungsmaterialien, Zementmilch, Staub, Feuchtigkeit, Schmutz, Partikeln etc.).

Im zweiten Fall ist die Beschaffenheit des bestehenden Dichtmaterials sowie der Zustand des Dichtmaterials und der Dichtfuge zu bedenken. Dies erfordert mitunter die Vorbereitung der Dichtfugen, die Wahl eines neuen Dichtproduktes oder die Verwendung einer Grundierung. Alle diese Maßnahmen erhöhen den Zeit- und Kostenaufwand der Arbeiten.

Der Dichtstoff muss jedoch stets auf trockene Flächen aufgetragen werden.

Die Arbeitsvorbereitung.
Qualifikation des Verbaupersonals. Ein weiterer Problempunkt ist die Qualifizierung des Verbaupersonals. Die Abdichtarbeiten müssen von spezialisierten Unternehmen mit entsprechend ausgebildetem Fachpersonal durchgeführt werden.

Ausführungsbedingungen der Arbeiten. Bei der Ausführung der Arbeiten müssen die folgenden Punkte berücksichtigt werden:
-Der leichte oder schwierige Zugang zu den Fugen.
-Die Umgebungs-, Wetter- und Umweltbedingungen, die einen negativen Einfluss auf die ästhetische Anmutung des Dichtmaterials oder auf dessen Polymerisation haben können.

Wartezeiten vor der Inbetriebnahme. Die Wartezeiten zwischen dem Auftrag des Dichtstoffs und der Inbetriebnahme der Dichtfuge werden nach Maßgabe des Zeitraums festgelegt, der mindestens zur vollständigen Polymerisation des verwendeten Dichtstoffs erforderlich ist. Diese Zeitspanne hängt von den Umweltbedingungen und der Polymerisationsgeschwindigkeit des verwendeten Dichtstoffs ab. Wenn es sich um Dichtfugen handelt, die sich unter Wasser befinden sollen, müssen je nach den Wetterbedingungen (Feuchtigkeit, Temperatur) mindestens zwei oder drei Wochen verstreichen.

 

ABMESSUNGEN DER DICHTFUGEN

Berechnung von Bewegungen.

Die Berechnung dieser Größenordnung gründet sich auf die durch die thermische Dilatation und Kontraktion hervorgerufenen Bewegungen. Je nach dem Kriterium des Projektleiters können auch noch andere Bewegungen berücksichtigt werden, wenn diese wahrscheinlich sind.
Die Dilatations- und Kontraktionsbewegungen werden nach der folgenden Formel berechnet:

L =

L * a * T

L =

Temperaturbedingte Längsdehnung.

a =

Thermischer Dilatationskoeffizient des Materials.

L =

Quer zur Dichtfuge verlaufende Länge.

T =

Temperaturschwankung.

Bewegungskapazität.
Dichtfugen, die Bewegungen unterworfen sind, dürfen nur mit Materialien abgedichtet werden, die eine permanente Elastizität aufweisen. Diese Materialien zeichnen sich durch einen Parameter namens "Bewegungskapazität" aus. Dieser Begriff bezeichnet die maximale Verformung, die ein Material, welches einer unbegrenzten Zahl von Ausdehnungs-/Kontraktionszyklen unterworfen wird, aushält ohne zu reißen. Die Bewegungskapazität wird als "m" bezeichnet und in % der Dichtfugenbreite angegeben.


Bestimmung der Fugenbreite.

Damit der Dichtstoff innerhalb seines Elastizitätsbereichs arbeiten kann, muss die Fugenbreite nach der folgenden Formel berechnet werden:

a =

L / m

a =

Minimale Fugenbreite.

L =

Temperaturbedingte Längsdehnung.

m =

Bewegungskapazität des Dichtstoffs in %.

T =

Temperaturschwankung.

Dieser Wert bestimmt die minimale Fugenbreite haben sollte, damit der Dichtstoff vollkommen einwandfrei arbeiten kann. Die maximale Fugenbreite wird durch die technischen Möglichkeiten jedes einzelnen Dichtstoffs bestimmt.

Fugenfaktor.
Dieser Wert wird definiert als der Faktor der Fuge im Verhältnis ideale Breite/Tiefe, die notwendig ist, um eine gleichmäßige Verteilung der Lasten über die gesamte Haftfläche zu erreichen und um die Bildung von Zonen zu vermeiden, in denen sich Spannungen akkumulieren. Der Wert des Fugenfaktors variiert je nachdem, welches Dichtmaterial verwendet wird.
Bei festen Dichtstoffen spielt der Fugenfaktor keine Rolle.

Abdichttiefe.
Wenn die Fugenbreite und der zum Dichtmaterial gehörige Fugenfaktor bestimmt sind, ist die Fugentiefe leicht auszurechnen.

 

ELASTISCHE ABDICHTUNG VON FUGEN

Vorbereitung des Untergrunds.

Sanierung. Der zu bearbeiteten Flächen sind so vorzubereiten, dass sie sich bei der Abdichtung der Fugen in einem einwandfreien Zustand befinden. Hierzu müssen alle Flecken, flüchtigen oder schlecht haftenden Partikel, verkohlten oder oxydierten Bereiche, Lackreste, Ausschalungsreste etc. komplett beseitigt werden.
Diese Operation wird am besten über ein mechanisches Verfahren durchgeführt.

Sauberkeit. Der zweite Schritt besteht in der Reinigung der zu bearbeitenden Flächen. Diese müssen in einem der folgenden Verfahren von Grund auf gereinigt werden:

Sandstrahl: mithilfe eines Kompressors mit variablem Durchfluss, der je nach dem Abstand von der Untergrundfläche eingestellt wird, wird die zu bearbeitende Fläche mit einem Strahl Kieselerdesand bei einem Druck von 7 Atmosphären abgestrahlt. Die Körnung des Sandes muss 1-2 mm betragen.

Sand-Wasserstrahl: mit diesem System werden die vorgenannten Elemente miteinander kombiniert.

Andere Systeme sind:

Manueller oder mechanischer Bouchardierhammer.

Manuelle oder mechanische Vorbereitung mit Drahtbürste.

Druckluftpistole mit Nadeln.

Dampfstrahl.

Beblasung mit Druckluft.

Kontrollen. Der letzte Schritt nach der Sanierung und Reinigung besteht in der Vornahme einiger einfacher Kontrollen, um festzustellen, ob der Untergrund alle Voraussetzungen für eine einwandfreie Abdichtung erfüllt.
Einige dieser Prüfungen sind:

Mit der Hand über den vorbereiteten Bereich streichen und prüfen, ob Staub vorhanden ist.

Mit einem Hammer oder einem anderen festen Gegenstand auf die zu bearbeitenden Flächen klopfen, um zu prüfen, ob hohle oder schlecht haftende Bereiche vorhanden sind.

Mit einem scharfen oder spitzen Gegenstand die Kohäsion und Härte des Untergrunds aus Beton oder Mörtel prüfen und die Untergrundfläche auf das Vorhandensein von verfallenen oder leicht zerkratzbaren Bereichen untersuchen.

Durch Anfeuchten der Beton- oder Mörtelfläche kann festgestellt werden, ob Reste von Ausschalungsmaterialien, von Behandlungen mit Silikonen oder anderen Produkten bestehen, die Tropfen oder "Perlen", Sprüngen oder Rissen hervorrufen können, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Auf diese Weise kann auch ein Eindruck über die Porosität und die Absorptionsfähigkeit des Untergrunds gewonnen werden.

Abkleben der Fugenränder. An beiden Seiten und im gesamten Verlauf des zu versiegelnden Bereichs bzw. der Fuge einen Streifen Klebepapier ("Tesa Krepp") anbringen, damit die übrigen Flächen nicht durch ausgetrenen Dichtstoff verschmutzt werden. Dieses Klebeband muss unmittelbar nach der Anbringung des Dichtstoffs und in jedem Fall vor dem Beginn der Polymerisation des Dichtstoffes entfernt werden.

Anbringung einer Unterfütterung. Durch die Verwendung eines Trennmaterials mit rechteckigem oder rundem Querschnitt sollen drei Ziele erreicht werden:

Herstellung eines optimalen Querschnitts nach Maßgabe des Fugenfaktors unter Begrenzung der Abdichttiefe.

Verhindern, dass der Dämmstoff an der Unterfütterung haften bleibt.

Die angebrachte Unterfütterung dient als Untergrund für den Dämmstoff und begrenzt den Dämmstoffkonsum.

Der Durchmesser der Unterfütterung sollte etwa das 1,25-fache der Fugenbreite betragen.

Grundierung. Es wird empfohlen, die beste Auftragsweise und die Art der zu verwenden Grundierung beim Hersteller nachzufragen.

 
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